Borschtsch
***
SONETADO
***
Ähnliche Seiten: "Co...?" und "Kio...?"
***
www.skorupski.com
***
Fotografien
***
Борщада
***
DIE BORSCHTSCHADE
(eine Borschtsch-Ballade
mit zwei Refrains)
In einem grossen Topf
die fein gehackten Zwiebeln
in der Butter anbraten;
dazu die geschälten Tomaten
und in Streifen geschnittenen
roten Rüben;
dann ein Liter Fleischbrühe
mit Pfeffer, Salz, Zucker
und Weinessig beifügen
und eine Stunde köcheln;
den Borschtsch kocht man
nicht auf einmal
sondern auf Raten.
Alle Reichen oder Armen
kochen Borschtsch mit roten Farben,
die Sarmaten ganz barbarisch,
Kameraden proletarisch.
Nachher muss man
die Schinken-
und Rindfleischwürfel
kurz in der Pfane anbräunen
und dann Bohnen,
zerkleinerte Karotten,
Äpfel, Weisskohl
dem Topf beimischen;
zugeben Dill,
Petersilie und Lorbeer,
dann Rotwein
und Brühe angiessen.
Geduldig dreissig Minuten
alles köcheln
und riechend
vom Zauber träumen.
Doch schon flüstern die Propheten:
„Borschtsch schmeckt besser als Koteletten“.
Rote Rüben sind fantastisch,
mal exotisch, mal bombastisch.
Das Rot muss man
mit der Sahne weissen
und mit dem Suppengrün
überwinden.
Auch in unserem
täglichen Leben
müssen wir
die roten Farben sehen,
wie in einer Borschtschmischung:
Wein, Blut, Flammen
und Herbstblätter
zusammen drehen.
Wir werden so lange
am Tisch sitzen,
bis die Wunden
für immer verschwinden!
Alle Reichen oder Armen
kochen Borschtsch mit roten Farben,
die Sarmaten ganz barbarisch,
Kameraden proletarisch.
Doch schon flüstern die Propheten:
„Borschtsch schmeckt besser als Koteletten“.
Rote Rüben sind fantastisch,
mal exotisch, mal bombastisch.
Jan Stanisław Skorupski
Zürich, den 16. März 1995
Es singt der Autor

Borschtschade